Gesundheitsbudget als Benefit: Das müssen Arbeitgeber wissen
Versicherungskaufmann mit gesundheitspsychologischer Ausbildung
“Unternehmen brauchen intuitive Lösungen, um so viele Menschen wie möglich in ihrer Gesundheit zu unterstützen.”
Gesundheitsförderung wird für Arbeitgeber immer wichtiger – nicht nur, um Fehlzeiten zu senken, sondern auch, um Mitarbeiter langfristig zu binden. Ein besonders beliebtes Instrument ist dabei das Gesundheitsbudget: ein flexibler Benefit, mit dem Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gezielt unterstützen können.
Ich bin Florian Büsch, Versicherungskaufmann mit gesundheitspsychologischer Ausbildung und Experte für Mitarbeiter Benefits. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen alles, was sie über das Gesundheitsbudget wissen müssen, inklusive Leistungen und Steuerfreiheit!
Was ist ein Gesundheitsbudget?
Das Gesundheitsbudget ist ein jährlicher Geldbetrag, den Arbeitgeber ihren Mitarbeitern für individuelle Gesundheitsleistungen zur Verfügung stellen können. Es funktioniert wie ein flexibler Zuschuss, mit dem Mitarbeiter selbst entscheiden können, welche Gesundheitsangebote sie nutzen möchten.
Der Benefit wird als gezielte Gesundheitsförderung durch den Arbeitgeber immer beliebter und lässt sich wunderbar in das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) integrieren – mit dem Vorteil der hohen Flexibilität im Vergleich zu anderen Gesundheitsmaßnahmen.
Wie funktioniert das Gesundheitsbudget in der Umsetzung?
Wenn vom Gesundheitsbudget die Rede ist, dann handelt es sich eigentlich um einen Budgettarif der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Dieser funktioniert wie oben beschrieben:
Mitarbeiter können ein jährliches Budget nach einem festgelegten Leistungskatalog für über 300 verschiedene Gesundheitsleistungen einsetzen. Das Gesundheitsbudget beträgt i. d. R. zwischen 300 und 1.500 € pro Jahr, kann flexibel eingesetzt werden (von professioneller Zahnreinigung bis Heilpraktiker) und wird zum Jahresbeginn wieder aufgefüllt. Für den Arbeitgeber starten die monatlichen Beiträge für das Gesundheitsbudget pro Mitarbeiter bei 9,95 €.
9 von 10 wünschen sich ein Gesundheitsbudget
Für Mitarbeiter ist das Gesundheitsbudget durch eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) ein sehr wertvoller Benefit. Denn aufgrund von Versorgungslücken der gesetzlichen Krankenkassen und steigenden Lebenserhaltungskosten ist dieses Zusatzbudget eine große Unterstützung für die präventive Gesundheitsversorgung.
Kein Wunder also, dass fast 9 von 10 Mitarbeiter eine bKV für wichtig halten, so eine Umfrage. Am meisten schätzen sie dabei die Leistungsbereiche Zahnersatz, Sehhilfe und ambulante Leistungen. Doch trotz dieser Beliebtheit hatten Ende 2024 nur 2,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Kranken- oder Pflegeversicherung – das sind lediglich 5,4 % aller knapp 46 Millionen deutschen Arbeitnehmer.
Lust auf neue HR-Impulse?
Dann melden Sie sich für unseren „Work Healthy“-Newsletter an!
Diese Leistungen gibt es im Gesundheitsbudget
Das Gesundheitsbudget können Mitarbeiter flexibel für zahlreiche Gesundheitsbereiche verwenden. Der genaue Leistungsumfang unterscheidet sich je nach Anbieter und Tarif. Grundsätzlich kann das Budget aber für über 300 verschiedene Gesundheitsleistungen verwendet werden.
Diese Gesundheitsbereiche zählen dazu:
Zahngesundheit (z. B. professionelle Zahnreinigung, Zahnersatz)
Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen, Augenlaserkorrekturen)
Mentale Gesundheit (z. B. Coaching, psychotherapeutische Angebote beim Heilpraktiker)
Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
Ambulante Leistungen (z. B. Vorsorgeuntersuchungen)
Stationäre Leistungen (z. B. 1-Bett-Zimmer bei Krankenhausaufenthalt)
Heilpraktiker und alternative Medizin (z. B. Osteopathie, Chiropraktik)
Zusatzleistungen: Ergänzend werden kostenlose Zusatzservices angeboten, die von Mitarbeitern genutzt werden können, ohne dass sie ihr Gesundheitsbudget beeinträchtigen. Besonders beliebt ist hierbei der Facharztterminservice, der kurzfristige Termine bei Fachärzten ermöglicht. Weitere Zusatzleistungen können ein 24/7 Hilfetelefon, psychologisches 1:1 Coaching oder Telemedizin sein.
Je nach Tarif kann es Sublimits für einzelne Gesundheitsbereiche geben, häufig ist das bei Zahngesundheit und Sehhilfen der Fall. Das bedeutet, dass nur ein Teil des Gesundheitsbudgets (z. B. die Hälfte) für diese Leistungen verwendet werden kann.
Wie funktioniert die Erstattung?
Für Mitarbeiter ist die Verwendung des Gesundheitsbudgets ganz einfach. Anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse erhalten sie keine Gesundheitskarte, die sie beim Arzt vorzeigen müssen. Stattdessen funktioniert das so:
Mitarbeiter wählen frei, zu welchem Arzt, Heilpraktiker oder in welche Apotheke sie gehen möchten.
Sie nehmen die gewünschte Leistung in Anspruch und bezahlen diese zunächst selbst.
Anschließend reichen sie die Rechnung beim Versicherer ein und erhalten die Erstattung direkt auf ihr Konto!
Die Kosten für Arbeitgeber
Beim Gesundheitsbudget aus der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) fällt ein monatlicher Beitrag pro Mitarbeiter an. Die günstigsten bKV-Tarife starten bei 9,95 € pro Monat und Person bei einem jährlichen Gesundheitsbudget von 300 €. Arbeitgeber können flexibel eine Budgetstufe zwischen 300 € und 1.700 € wählen. Je nach Stufe steigt dann der Monatspreis pro Mitarbeiter entsprechend.
Grundsätzlich ist das Gesundheitsbudget als betriebliche Krankenversicherung (bKV) arbeitgeber- oder arbeitnehmerfinanziert möglich. Allerdings ist es nur dann ein echter Benefit für die Mitarbeiter, wenn der Arbeitgeber die Kosten hierfür vollständig übernimmt.
Rechnen Sie mit unserem Rechner einfach mal aus, wie viel Sie das bKV-Gesundheitsbudget für Ihre Mitarbeiter kosten würde! Übrigens: Das Gesundheitsbudget lohnt sich wirtschaftlich wie kaum ein anderer Benefit. Mitarbeiter profitieren von dem bis zu Dreifachen dessen, was investiert wurde!
Sparen Sie bis zu % im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung
Ist das Gesundheitsbudget steuerfrei?
Im Rahmen der 50 €-Sachbezugsfreigrenze kann das Gesundheitsbudget steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden. Selbst mit hohen Jahresbudgets von 1.200 € oder mehr bleiben Arbeitgeber meist unter dieser Grenze und profitieren somit auch von der Steuerfreiheit dieses Benefits.
Ist die 50 €-Sachbezugsfreigrenze bereits ausgeschöpft, z. B. durch andere Benefits, dann kann das bKV-Gesundheitsbudget auch über eine Pauschalversteuerung oder Nettolohnversteuerung als Barlohn abgerechnet werden – dann ist es aber nicht mehr steuerfrei. Mehr Infos zu den möglichen Steuermodellen finden Sie hier.
Vorteile und Nachteile des Gesundheitsbudgets
Das bKV-Gesundheitsbudget ist ein Benefit, von dem Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen profitieren:
Vorteile | Nachteile | |
Für Mitarbeiter |
|
|
Für Arbeitgeber |
|
Tipp: Integration und Kommunikation brauchen Zeit – ofelos schafft hier Abhilfe. Als Gesundheitspartner übernehmen wir die Verwaltung und das Onboarding und erinnern regelmäßig an die Nutzung. So erreichen Sie Nutzungsquoten von bis zu 80 %, ohne zusätzlichen Aufwand! Mehr erfahren. |
Wer ist der beste Anbieter für das Gesundheitsbudget?
Es gibt zahlreiche Versicherer, die ein Gesundheitsbudget über einen Budgettarif der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) anbieten. Die Kosten, Leistungen und Qualität unterscheiden sich stark und Arbeitgeber sollten sorgfältig abwägen, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden.
Unser Tipp: Vergleichen Sie im ersten Schritt ganz unverbindlich alle Tarife mit unserem bKV-Vergleich. Hier können Sie die Bereiche auswählen, die Ihnen beim Gesundheitsbudget besonders wichtig sind. Wir schicken Ihnen daraufhin Ihren persönlichen Vergleich per E-Mail zu – so finden Sie ganz einfach heraus, welcher Tarif zu Ihren Wünschen passt!
Das Wichtigste in Kürze
Ein Gesundheitsbudget ist ein flexibler jährlicher Zuschuss, den Arbeitgeber ihren Mitarbeitern für individuelle Gesundheitsleistungen bereitstellen. Umgesetzt wird das über einen Budgettarif im Rahmen einer betrieblichen Krankenversicherung (bKV).
Mitarbeiter können das Budget für über 300 Gesundheitsleistungen einsetzen, z. B. für die Bereiche Zahngesundheit, Sehhilfen, Heilpraktiker oder Arzneimittel.
Das Gesundheitsbudget ist einer der beliebtesten Mitarbeiter Benefits und bietet zahlreiche Vorteile für beide Seiten.
Als arbeitgeberfinanzierte bKV kann das Gesundheitsbudget im Rahmen der 50 €-Sachbezugsfreigrenze steuer- und sozialabgabenfrei gewährt werden.
Es gibt viele bKV-Anbieter mit unterschiedlicher Qualität. Der ofelos bKV-Vergleich hilft Ihnen dabei, den besten Tarif für Ihr Unternehmen zu finden.